Freitag, 1. August 2008

Nie wieder Umzug

Mein Miniabstecher auf's Vollmond-Camp war wirklich super. Auch wenn die Fahrt durch Hillbillyland (das Sauerland und ich werden keine Freunde) ein bisschen chaotisch war und ich auf dem Rückweg nach dem Verpassen der richtigen Ausfahrt die schönen Ecken Dortmunds kennen lernen durfte, war das doch eine rundum tolle Sache. Zuhause war ich dann allerdings so platt, dass ich sofort eingeschlafen bin. Am nächsten Morgen war dann um sieben der Umzug meiner Schwester. Und ich schwöre Stein und Bein: Ich ziehe in naher Zukunft nicht mehr um! Nicht, dass mir nicht schon unser Umzug den letzten Nerv geraubt hätte, aber das war jetzt einfach noch mal die Erinnerung daran, wie ätzend so was ist.

Da bin ich doch zufrieden, dass es hier mucksmäuschenstill ist, mich die Nachbarn nicht stressen und der mikroskopische Balkon genügend Platz zum Entspannen bietet.
Alles Sachen, die wir vorher nicht hatten und die doch Gold wert sind.

Dienstag, 29. Juli 2008

Kognitive Überforderung

Kürzlich bin ich im Netz über etwas gestolpert, dass mich wirklich irritiert und verwirrt. Eigentlich denke ich relativ tolerant zu sein. Jeder wie er mag, so lange keiner dabei unwillentlich zu Schaden kommen oder so... Und insgesamt meine ich auch, dass unsere Gesellschaft an der Oberfläche weitgehend tolerant ist. Aber dann habe ich eine Art "Bewegung" in Amerika entdeckt, bei der ich wirklich nicht so ganz nachvollziehen kann, woher das kommt. Erwachsene Frauen (bei Männern ist mir das noch nicht untergekommen), begeben sich ihrem Partner gegenüber in die Rolle des "Mädchens". "Daddy an his Princess" oder so. Das ganze gibt es dann vor allem im Kleid von hierarchischen Beziehungen. Ich weiß, dass in dieser Szene diverse Rollenklischees aufgewärmt werden, dass gerade in Amerika vielfach gerne mit der natürlichen "Schwäche" von Frauen argumentiert wird, die sich im Grunde ja nach einen starken Mann sehnen etc.. Nicht mein Ding, aber wenn man das möchte... Aber was ich nicht verstehe ist diese Verkindlichung. Man muss doch als erwachsene Frau kein Malbuch besitzen und Bilder für „Daddy“ malen und sich dabei ganz besonders "little" vorkommen. Oder mit Puppen spielen?!
Ich grüble da schon seit Tagen drüber nach, aber ich finde da einfach keine Ebene auf der ich das nachvollziehen kann.

Sonntag, 27. Juli 2008

Anticraft

Ganz anders als alles, was man so üblicherweise aus dem Bastel-Sektor kennt und unglaublich toll:
Anticraft.
Da gibt es Anleitungen für Schrumpfkopfketten, Vlad Tepes-Mützen (ich wünschte, ich könnte stricken!) und gefilzte Killerkaninchen
(Monty Pyton lässt grüßen!). Sehr, sehr witzig, ironisierend und m.E. das beste Mittel um einmal mehr zu zeigen, das Selbstgemachtes doch etwas mehr als Basteln mit Blümchen, Herzchen und Rüschen ist und sich durchaus mit einem Augenzwinkern ernst nehmen lässt (Rollschneider gegen Zombies!).

Sonntag, 20. Juli 2008

Aus den Kisten

Der Umzug ist geschafft und ich habe endlich wieder Internet. Dienstag war der letzte große Umzugtag und seitdem sind wir in der neuen Wohnung. Ist wirklich schön geworden. Die Küche hat Herr S. völlig alleine fertig gemacht, geschleppt hat er mit einem Freund zusammen und ich habe eingeräumt, gepackt und Möbel gerückt. Wir sind beide von Kopf bis Fuß voller blauer Flecken, aber inzwischen wieder auf dem aufsteigenden Ast. Die ersten Tage hier waren schlimm, da konnte ich manchmal von all der Plackerei kaum noch laufen. Aber jetzt ist fast alles fertig, es ist gemütlich und schon völlig wohnlich. Ich bin verdammt stolz, dass wir das so gut hinbekommen haben und es jetzt schon so gemütlich und schön hier ist.

Und jetzt sind wirklich, wirklich Ferien.:)

Dienstag, 8. Juli 2008

Die besten Dinge...6

Ich mag schöne Sommerschuhe. Leider hat mich die Natur mit mit extrem empfindlichen Füßen ausgestattet. Bisher wurde jeder Sommer zur Qual, wenn ich andere Schuhe als Flip-Flops oder Chinaschläppchen tragen wollte. Aber dann habe ich beim Holländer meines Vertrauens Blasenpflaster gefunden, die im Gegensatz zu Produkten bekannter Pflasterherstelller tatsächlich helfen.



Sie bestehen einfach nur aus einem dünnen, quasi unsichtbaren Pflaster, das irgendwie gepolstert ist und so den Druck der Schuhriemchen auffängt. Laut meiner Krankenschwester-Schwester funktionieren Dekubitus-Pflaster auch so. ;-)
Jetzt steht jedenfalls schönen Sommerschuhen nichts mehr im Wege (außer vielleicht das z.Z. wenig beglückende Wetter).

Montag, 7. Juli 2008

Nun auch in diesem Hause

Wir schleppen so ziemlich jeden Tag Kisten von der einen in die andere Wohnung. Wenn alles gut geht, versuchen wir einen "richtigen" Umzug zu vermeiden und bis zum 19. alles peu à peu rübergeschafft zu haben. Ich bin sehr froh, wenn das vorbei ist.
Beim Ausmisten einer Rattankiste habe ich dann auch eine (!) Motte gefunden, was mich natürlich nahezu völlig hysterisiert hat. ;-) Ich hab dann alles aus der Kiste, was nicht lebensnotwendig war, weggeworfen und den Rest umgehend gewaschen. Vorsichtshalber habe ich dann in meine Stoffkiste noch ein paar Mottenblätter (so garstiges Zeug, das ziemlich ungesund ist) gepackt, die hatte ich eh hier noch rumfliegen.
Sicher ist sicher.

Insgesamt mag ich die Reduziererei, die mit Umzügen so einhergeht, aber sehr. Endlich werde ich Sachen los, die wir sowieso nie benutzt werden. Der Grad zwischen dem Sammeln von Sachen "die man ja noch gebrauchen kann" und dem unnützen Anhäufen von Kram ist schon sehr, sehr schmal. Im Endeffekt ist es dann ja doch sehr, sehr wenig, dass man tatsächlich nutzt.
Ich mag diese Leichtigkeit, die sich einstellt, wenn ikeatütenweise Kram aus unserer Wohnung wieder zurück ins Universum geschleust wird. Vielleicht freut sich schon bald jemand anderes an Dingen, die mir kaum einen Blick wert waren. Und das Leben mit etwas weniger "Ballast" (denn das ist es bei unserem Umzugstempo sprichwörtlich!) ist durchaus angenehmer.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Die besten Dinge...5

Mein Lieblingssommerkleid.
War ein Geschenk meiner Mutter zum Examen.
Ich mag diese langen fließenden Hippiekleider und das Blau ist genau mein Lieblingsblau.

Löwenzahn: Putz- und Waschzeug?

Im Rahmen meiner "Nomadin versucht umweltfreundlicher zu leben"-Aktion stehen nun der Putzeimer und der Wäschekorb auf dem Programm.
Zu meinem Schutz muss ich sagen, dass ich trotz eher verhaltenem Engagement in diesem Bereich, zu mindest was den Putzeimer angeht bisher keine Riesenökosünden auf dem Gewissen zu haben glaube. Mal abgesehen von fiesem Rohrreiniger, der sich schon seit Ewigkeiten in meinem Besitz befindet, habe ich, so hoffe ich, nur relativ harmloses Zeug. Regelmäßig benutze ich Scheuermilch, Geschirrspülmittel, Spülmaschinentabs, WC-Reiniger, Wc-Duftgel, Glasreiniger und Waschsoda.
Ich hab mal, abgesehen von den Spülmaschinentabs, zwei Fotos von unserem Putzzeug gemacht, das erste zeigt den halbwegs verträglichen Kram, auf dem zweiten sind die Ökosünden zu sehen.


Von links nach rechts: Spülmittel, Scheuermilch, Essigreiniger, Essigessenz (die soll in Zukunft den Essigreiniger ersetzen) und davor liegend Waschsoda.


Von links unten nach rechts: Fast leeres Wc-Duftgel, Glasreiniger, WC-Reiniger, der böse Rohrreiniger.

Verzichten würde ich gerne auf alles, was auf dem unteren Bild zu sehen ist. Dass diese WC-Duftgele irgendwie wenig umweltfreundlich sind, habe ich mir schon immer gedacht, aber bisher fehlt mir noch eine gute Alternative.
Hat da eine Ideen?
Auf den WC-Reiniger versuche ich demnächst zugunsten von diesem Rezept zu verzichten. Ich muss nur schauen, woher ich Borax beziehe, in der Apotheke haben sie mich angeschaut, als wollte ich Bomben bauen, als ich danach fragte. Den Glasreiniger versuche ich in Zukunft mal mit einem Spiritus-Essig-Soda-Gemisch zu ersetzen. Der hat mir beim Fensterputzen eh immer Atemnot beschert, gesund kann das Zeug also nicht sein.

Mit meiner Scheuermilch, der Essigessenz und dem Waschsoda bin ich ganz zufrieden. Jetzt suche ich nur noch ein umweltfreundliches Spülmittel. Waschsoda ist sowieso toll, das kann so ziemlich alles und ist spottbilig.

Weiter geht's zum Wäschekorb. Da verwende ich zurzeit wenig rühmlich zwei verschiedene Sorte Flüssigwaschmittel und ein Pulver-Feinwaschmittel. Flüssigwaschmittel ist, wie ich las, noch viel, viel schlimmer als Kompaktwaschmittel. Außerdem hatte ich bis vor einigen Tagen noch Weichspüler im Haus, der ist aber inzwischen leer. Eigentlich habe ich den nur zur Wäschebeduftung verwendet, der Weichmacheffekt war mir eigentlich egal. Da das Zeug nur teuer und oftmals noch umweltschädlich ist, kaufe ich das nun nicht mehr. Im Gegenzug verwende ich Wäscheduft aus ätherischen Ölen, aus einem Laden, den Nenya mal empfohlen hat. Das riecht sehr dezent, aber angenehm würzig (zu mindest in der Sorte „Provence“) und ist sparsam in der Anwendung. Wenn die übrigen Waschmittel leer sind, überlege ich ein Baukastensystem wie Skip zu verwenden. Hat da eine von euch Erfahrung mit? Ansonsten wasche ich eigentlich nie heißer als 40°C, befülle meine Waschmaschinentrommel voll und verwende bei hartnäckigen Flecken Waschsoda oder ganz selten mal spezielle Fleckentferner.
Soweit die Lage in meinem Putzeimer bzw. Wäschekorb. Ist noch reichlich optimierungswürdig, aber ich fange ja gerade erst an. Falls eine noch Erfahrungen Tricks oder Tipps hat, her damit.:-)

Dienstag, 1. Juli 2008

Die besten Dinge...4

Heute Morgen war ich mit Herrn S. im Knochenmarkspendezentrum in Düsseldorf. Er ist dort schon seit Jahren in der Datei registriert, aber bis vor einigen Wochen gab es nie Bedarf. Jetzt aber schon und nun mit Nachdruck. In ein paar Wochen ging der ganze Zirkus mit Voruntersuchungen, Blutproben, Medikamente spritzen etc. über die Bühne und heute war dann die Entnahme.
Heute Abend sind dann etwa 500ml Blutplasma-Stammzellen-Gemisch über den Atlantik auf dem Weg zu einer Amerikanerin, die ohne diese Spende sterben wird. Je näher der Spendetermin rückte, umso häufiger waren unsere Gedanken bei dieser Frau. Sie wurde zeitgleich mit Herrn S. Medikamenten-Injektionen "konditioniert", d.h. ihr komplettes Immunsystem wurde quasi mittels einer Chemotherapie vernichtet. Wenn der Spender dann in der Konditionierungsphase noch abspringt, stirbt der Empfänger mit nahezu definitiver Wahrscheinlichkeit. Über die Empfängerin wissen wir nicht mehr, als dass sie aus Amerika kommt, etwa 65kg wiegt und eine lebensnotwendige Spende braucht. Trotzdem frage ich mich oft, wie sie wohl lebt, ob sie Freunde und Familie hat, die sich um sie sorgen, wie sie sich fühlt, ob sie an uns denkt usw...
Auf irgendeine Weise werden Herr S. und sie nun verbunden sein. Wenn alles gut geht, produziert ihr Köper bald sein Blut und auch seine Blutgruppe geht auf sie über, falls diese voneinander abweichen. Ihr komplettes immunsystemwird quasi neu geladen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Ich bete inständig, dass das Transplantat gut anwächst und die Empängerin gesund wird. In etwa drei Monaten bekommen wir zumindest Bescheid, ob die Spende geholfen hat.

Als wir heute da waren, habe ich mich auch gleich typisieren lassen. Die ganze Sache ist enorm unaufwändig (durch Wangenabstriche mit Wattestäbchen) und auch die Stammstellenentnahme ist denkbar unkompliziert und nahezu schmerzfrei. Dank guter Wirkung der Medikamente war Herr S. nach knapp 1 1/2 Stunden fertig, normal sind etwa 3 bis 5 Stunden. Die Betreuung in der Knochenmarkspendezentrale ist absolut spitzenmäßig, mit Beginn der Medikamenten-Injektion ist Herr S. täglich angerufen worden und man hat sich nach seinem Befinden erkundigt und ihn wie ein rohes Ei umsorgt. Während der Entnahme wurde er dauerhaft von einer Oberärztin und einer Schwester betreut, man hat sich wirklich um jeden Fips gekümmert. Wenn Krankenhäuser immer so wären, würde ich da gerne hingehen.


Da Leukämie wirklich jeden treffen kann und noch eine Menge Menschen ohne passenden Spender verbleiben, ist es wirklich ratsam sich typisieren zu lassen. Normalerweise kostet das etwa 50€ an Laborkosten, die die Knochenmarkspendezentrale nicht alleine tragen kann. Man kann sich aber auch bei regelmäßig stattfindenden Typisierungsaktionen umsonst registrieren lassen.

Wenn ein Spender gefunden wird und die Spende klappt, ist das für den Betreffenden wirklich buchstäblich das Geschenk des Lebens.

Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn. :)

Prelude

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