Freitag, 22. August 2008

Die besten Dinge 13: Ungewohnter Luxus

Heute nutze ich zum ersten Mal die Tatsache, dass ich mit meinem vor einem halben Jahr erworbenem Notebook auch von der Couch aus ins Netz kann. Nachdem ich immer nur normale, feststehende Rechner hatte, ist das für mich ein richtig dekadenter Luxus.

Dass ich das im letzten halben Jahr nie hinbekommen habe, lag wohl echt auch ein bisschen am Stress. Mich zu einfach irgendwo hinzufläzen und den ganzen Abend zum Abhängen zu reservieren ging irgendwie nicht.
Jetzt, wo ich den beginnenden Herbst immer deutlich spüre, finde ich so gemütliches Rumgammel richtig schön!

Ich hoffe, ich kann mir in Zukunft auch noch weiter dann und wann Zeit daür abzweigen. :-)

Mittwoch, 20. August 2008

Die besten Dinge 12: Denken hilft nicht immer

Seit Wochen zermartere ich mir den Kopf über unser Schlafzimmer.

Seit dem Umzug stehen alle nötigen Möbel drin, es ist wohnlich und ordentlich, aber irgendwas fehlte mir immer. Um eine Hintergrundfläche für wechselnde Farbvorlieben zu haben, ist alles, mal abgesehen von einigen Möbeln, weiß.
Die Vorhänge, die Tagesdecke, das Bett und diverse Möbelstücke, alles weiß.
Mein aktueller Hang zu minimalistisch eingerichteten Wohnungen hat mich quasi gezwungen alles außer dem Unabdingbaren aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Das ist schlicht, nüchtern, aber auch ziemlich leer und kahl.

Aber so richtig wohl habe ich mich nicht damit gefühlt.
Die Möbel, die ich habe, eigenen sich nicht für minimalistische Einrichtungen, sie sind zu alt, zu rund geformt und zu wenig klar und streng.
Vielleicht sieht minimalistisches auch nur gut auf Fotos aus? Vielleicht passt es auch einfach nicht zu meinem Innenleben, vielleicht ist einfach zu streng und zu nüchtern, zu rational?

Nun alles für einen minimalistischen Stil neu zu kaufen ist keine Option, vor allem, weil ich meine Möbel ja innigst liebe!
Mein Schreibtisch ist mehrere Jahrhunderte alt, mein Schrank ein altes Jugenstilstück und meine Kommode habe ich höchstpersönlich vom Sperrmüll weggeschleppt. Ich mag diese Stücke, sie sind schon so oft mit mir umgezogen und gehören einfach zu mir.

Ich habe dann stundenlang rumgepuzzelt, überlegt, Einrichtungsseiten gewälzt, Konzepte entworfen usw. um irgendwie eine stimmige Linie ins Schlafzimmer zu bekommen.
Bis ich fest gestellt habe: Das Schlafzimmer lebt durch das, was da bisher drin steht.
Es bringt nichts, da jetzt künstlich etwas reinzuzwingen, was gar nicht passt.
Meinen strengeren, reduzierteren Tick kann ich gut im Wohnzimmer ausleben, da passt das wunderbar.

Heute morgen bin ich dann aufgewacht, mit der Idee das ganze intuitiver anzugehen und das zu benutzen, was ich habe.
Also wurden alle Bilder wieder aus dem Keller geholt (bisher waren hier alle Wände nackt!), meine Stoffvorräte durchwühlt und so lange zusammengesucht und kombiniert bis es passte.

Jetzt ist es wieder ein bisschen, wie in allen unseren Wohnungen. Gemischt, eklektisch und organisch.
Geplante Konzepte scheinen wirklich nur zu einem gewissen Teil zu funktionieren, sonst wirkt es, zu mindest bei mir, seelenlos und kühl.
Besser ist es dann doch, der Intuition und dem eigenen Geschmack zu vertrauen und einfach rumzupuzzeln, bis es sich gut anfühlt.

Sonntag, 17. August 2008

Müde

Heute war der letzte Teil des Umzuges meiner Schwester: Möbel runter zum Sperrmüll schleppen. Jetzt bin ich so k.o.
Eigentlich wollte ich heute noch auf die Halde den Mond beobachten, aber ich glaube, das schaffe ich nicht mehr.

So langsam geht es in Richtung Referendariat. Noch eine Woche Ferien, in denen ich eigentlich nur Zeug zu tun habe und dann geht es am 25. los. Meine Schulzuteilung habe ich bekommen, es ist göttinseidank eine Gesamtschule geworden. Jetzt muss ich nur noch den günstigen Weg mit dem ÖPNV austüfteln.
Und vielleicht die Hibbeligkeit loswerden.;-)

Samstag, 16. August 2008

Clone Wars

Gestern waren wir im Kino in Clone Wars.
War richtig gut!
Wenn man Star Wars mag (und wie kann man dieses Sci-Fi-Märchen bitte nicht mögen?) dann sollte man sich den echt anschauen.
Zeitlich spielt er zwischen Episode 2 und 3, die ja außer tollen Kostümen und ein paar guten Charakteren (z.B.Count Dooku) nicht viel zu bieten hatten.

Clone Wars ist im Gegenteil zu allen anderen Fime der Saga ein animierter Film, was aber m.E. eine richtig gute Sache ist. Die Animation ist klasse, die Hintergrundbilder (z.B.die Sonnen über Tatooine) sind teilweise wunderschön und die Figuren kommen gut rüber. Natürlich bleibt man als Zuschauer mehr auf Distanz als bei Filmen mit realen Schauenspielern, aber ich persönlich fand das nicht so schlimm.

Die Story ist simpel, aber unterhaltsam, hätte prima ein Plot für eine Rollenspielabenteuer sein können. Die Entwicklung der Charaktere steht nicht ganz so deutlich im Vordergrund wie in den anderen Filmen der Saga, eher geht es um eine klassische Abeteuergeschichte.

Und: Der Soundtrack ist spitze!

Die besten Dinge 11: Lilienduft




Herr S. und ich haben aus uns unbekannten Gründen beide eine unglaubliche Vorliebe für weiße Lilien und ihren betörenden Duft. Nachdem wir auf dem Markt zwei Bunde zum Preis von einem erstanden haben, duftet nun die ganze Wohnung wie ein Mausoleum.
Ich liebe das!

Freitag, 15. August 2008

Stadtnatur: Alter Gleispark

Irgendwo in einem Vorort, den ich sonst wohl nie besucht hätte, gibt es hier ein ehemaliges Bahngelände, das heute als eine Art Park genutzt wird.
Die Gleise sind entfernt worden, aber die Pflanzen wachsen so, als wären die Gleise noch da. Das Gelände ist dafür, dass es in der Stadt liegt, recht groß und völlig überwuchert. Auf dem kargen Boden, der immer noch größtenteils aus Schotter besteht, wachsen aber trotzdem eine Menge Pflanzen.
Wir hatten Glück und es war trocken und warm, aber man merkt schon sehr deutlich, dass sich der Sommer dem Ende zuneigt. Alle Pflanzen sind über ihren Höhepunkt hinaus und so langsam scheint sich alles darauf einzustellen, dass es Herbst wird.
Zwischen dem ganzen Wildwuchs habe ich eine Menge seltsamen Kram gefunden, vielleicht Relikte aus den Zeiten, als die Gleise noch standen.

Gleiswege:




Weidenröschen und hohes Gras:




Birkentunnel:


Gleisblümchen:



Das Chichén Itzá der indigenen Bevölkerung ;-) :

Zu hülf: Inspiration!

Wie das so ist mit geschenkten oder fast geschenkten Sachen: "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul."

Getreu dem Motto habe ich von meinen Eltern Stoffe mitgenommen, die nun auf ihre Verarbeitung warten.
Drei dick gewebte Gobelinstoffe mit Mustern, die "schwierig" sind. Und dazu noch zwei Teile Bettwäsche, die ich wegen ihres unschlagbaren Preises und des Muster gekauft habe.

Nur was draus machen?

Das ist die Bettwäsche:




Und das die Polsterstoffe (davon habe ich jeweils knapp einen Meter):





Donnerstag, 14. August 2008

Die besten Dinge 10: Stadtnatur

In den letzten Tagen war das Wetter immer sehr unbeständig. Regen, Gewitter und kurze Sonnenphasen wechseln sich ab. Trotzdem bin ich aber irgendwann abends quer durch die Stadt gefahren um ein Stück Industrienatur zu erkunden.
Wenn man durchs Ruhrgebiet fährt, fallen einem unweigerlich die seltsam aus der Landschaft herausstechenden Hügel auf. Alte Abraumhalden aus der Zeit des Bergbaus, die man inzwischen bepflanzt hat, so dass da eine ganz eigene Art von Natur entstanden ist.

Ich mag diese alten Industrieüberreste, die man hier in vielfältigster Form überall findet, unheimlich. Das ist ein Stück Regionalgeschichte quasi zum Anfassen. Und man glaubt gar nicht, was dort alles wächst und wie grün und idyllisch es sein kann.

Bei meiner ersten Tour habe ich die Halde Schurenbach besucht. Im Netz bin ich über eine tolle Seite mit sehenswerten Sachen hier in der Gegend gestolpert, die mir einen Eindruck davon verschafft hat, wie viel Natur abseits der ausgetretenen Waldpfade es hier gibt.

Bei aufkommender Gewitterstimmung habe ich den serpentinenartigen Weg rund um die Halde herum nach oben genommen. Je höher man kommt, desto stiller wird es und irgendwann hört man die Schnellstraßen drumherum gar nicht mehr. Neben Büschen und Bäumen (Sanddorn!) wachsen am Wegrand überall wilde Stadtpflanzen wie Königskerze, Weidenröschen und Natternkopf.
Der Weg ist teilweise fast schon überwuchert und durch Geröll und Schotter auch nicht gerade ebenmäßig.

Dann endet die Bewachsung und man ist auf der "Mondlandschaft" angekommen. Dort oben wächst nichts mehr, alles ist voller schwarzem Kies unter den sich teilweise Kohlereste mischen. Am höchsten Punkt steht dann die Bramme, wie eine Art Monolith.
Von da oben sieht man das halbe Ruhrgebiet und hat nur den Himmel über sich.

Da fahre ich auf jeden Fall wieder hin.

Samstag, 9. August 2008

Die besten Dinge 9: Erinnerungen

Ich mag das, wenn man für schöne Momente so gedankliche Denkzettel hat, die einen immer wieder daran erinnern. So ist es auch mit dem Henntattoo, das ich vom Sommercamp mitgebracht habe.


Leider ist es inzwischen vom Duschen schon sehr ausgebleicht, aber ich erkenne immer noch ein paar Schnörkel. Vielen Dank an die Pinselerin und an alle Beteiligten für die schönen Momente!

Freitag, 8. August 2008

Hurengeschichten

Als ich jünger war und noch beabsichtigte Streetworkerin (das kam nach Astronautin und Meeresbiologin) o.ä. zu werden, wollte ich immer die Frauen im Bordell mal fragen, warum sie das eigentlich machen. So ganz direkte und persönliche Infos, nicht so ein Geschwurbel aus irgendeiner Fernseh-"Reportage". Gemacht habe ich es natürlich nie. Das bekannste Brodell der Stadt liegt zwar direkt neben einem häufig besuchten Möbelhaus, aber reingehn will ich da trotzdem nicht(davon abgesehen, dass die Betroffenen mir das wohl kaum unbedingt erzählen wollen würden ;-)). Aber interessiert hat es mich immer. Irgendwie ist man ja so sozialisiert, dass man dieses Gewerbe für ein ausschließlich von Zwang und Gewalt geprägtes Gebiet hält. Ich konnte mir schlecht vorstellen, dass Frauen das tatsächlich freiwillig machen ohne irgendwelche tiefgreifenden psychischen Probleme zu haben. Dann habe ich durch Zufall das Blog einer Sexarbeiterin im Netz gefunden. Das hat dann so manches relativiert. ;-) Auf brigitte.de habe ich dann gerade eine Rezension eines Buches einer ehemaligen Hure gelesen, klingt ganz interessant, vielleicht lese ich das mal.
Wichtig finde ich jedenfalls, dass dieser ganze Berufsstand endlich mal aus der Schmuddelecke rauskommt und die Frauen dort vernünftige Arbeitsbedigungen bekommen (das hat sich ja gottseidank schon etwas gebessert) und sich nicht ständig mit Vorurteilen der Restgesellschaft auseinander setzen müssen. Als "schlimm" betrachte ich das inzwischen jedenfalls nicht mehr. Für mich wäre das garantiert nix, aber ich glaube auch nicht mehr, dass das alles genötigte oder schwerst gestörte Frauen sind.
Trotzdem fände ich es andererseits aber auch komisch zu wissen, wenn jemand den ich kennen würde, diese Dienstleistungin Anspruch nähme. So doppelbödig ist meine Moral dann irgendwie schon. Seltsam das.

Die besten Dinge 8: Farbkastensystem

Nachdem ich meine Bücher nach Farben geordnet habe (spleenig, ich weiß), musste jetzt der Kleiderschrank dran glauben.


Ich mag das. Ist ein bisschen sowie früher die Stifte im Schulmäppchen. Aber praktisch ist es auch. Ich habe im selben Akt auch mal alles auf einzelne Bügel gehängt und jetzt finde ich auch mal wieder was. Und da ich sowieso als erstes ein Farbkonzept im Kopf habe, wenn ich Outfits raussuche, ist das wirklich hilfreich.

Prelude

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